Erfahrungsecke DAW oder Portastudio ...

Erfahrungsecke DAW oder Portastudio und Co. / Allgemeine Informationen und später unser Fazit

Die Frage, ob ein digitales Mixer- und Aufnahmegerät (Portastudio, Recorder, Player Multitrack als Kategorie) die bessere Wahl ist, oder man die sogenannte DAW (Digital Audio Workstation) an einem PC nutzt, wird in vielen Foren und Tests fast immer zugunsten einer DAW entschieden. Nachvollziehbar ist das von unserer Seite nicht, weil es gar nicht so einfach ist.

Viel eher würden wir sagen, dass es vom Geldbeutel und dem Anwendungsgebiet, wenn man bei Letzterem davon ausgeht, dass es immer um Musik geht, abhängt.

Bei den oben genannten Diskussionen in den Foren wird viel gesagt und diskutiert, „reichen die 32 Spuren, mit einem PC kann man viel mehr machen..., man ist viel flexibler“ ,  leider meistens von Leuten, die noch nicht mit beiden Varianten bzw. Welten gearbeitet haben. Und das finden wir schade. Fundiertes Halbwissen in die Welt zu schleudern, finden wir generell immer bedenklich.

Ein ganz klarer nicht weg zu diskutierender Vorteil  eines Standalone Aufnahmegerätes, so nennen wir das jetzt einfach mal, ist seine Verfügbarkeit. Einschalten: läuft. Es sein denn, man hat keinen Strom :-). Instrument anschließen und auf den Aufnahmeknopf drücken, läuft.

Keine Updates oder  warten darauf, dass Treiber und Co. geladen sind oder „ominöse“ Meldungen nach Updates, die erahnen lassen, dass der PC nicht mehr das tut, was er gestern noch getan hat (Da empfiehlt es sich immer ein Image zu haben).  Kein Aufrüsten des PCs, ich erinnere mich da an eine Software, die meinen PC lahm gelegt hat, da er wohl leider zu schwach dafür war. Die Software war gut, mein PC leider etwas älter und da sind 4 Jahre ja schon alt.

Wie gesagt, jeder Schalter bzw. Knopf tut, was auf ihm steht. Kein Laden mehrerer Fenster und Add Ins, alles auf einem Bildschirm sichtbar und verfügbar. Dies hilft besonders der Zielgruppe, die sich nicht mit den Fenstern, sprich Windows, herum schlagen wollen, sondern die freie Zeit in die Musik investieren wollen. Kritiker lächeln jetzt und sagen, dann nehmt doch Apple, ist stabiler und intuitiver. Ja sagen wir da. Aber wie oben schon angesprochen, ist es auch eine Frage des Geldbeutels. Wenn man bedenkt, dass man für ca. 550,00 Euro ein Portastudio bekommt, mit dem man von der Aufnahme, dem Mixen, dem Mastern und  CD generieren, alles in einem Gerät machen kann, und jetzt sage ich es nochmal, mit ausreichenden 32 Spuren, seine Stücke komplett managen kann, dann wird hier die Luft sehr dünn. Wenn Kritiker in den Foren dann weiter behaupten, die Qualität ist fragwürdig, dann sagen wir einfach mal, habt ihr es schon benutzt? Unsere ersten CDs sind in der oben genannten „Combo“ erstellt worden und sind keinesfalls Lichtjahre weg von der Qualität eines professionellen Studios.

An dieser Stelle, die haben auch heute durchaus immer noch mehr als nur ihre Berechtigung. Die muss es geben.  Was Profis können, können halt nur Profis :-). Mixen und Mastern ist aus unserer Sicht ein Handwerk. Wir von RunningEchoes sind nur Hobby Musiker und Mixer.

Aber das liegt bei unserer Betrachtung und unserer Erfahrungsecke, und um die geht es ja hier, nicht im Fokus. Wer sich die benötigte Hardware, sprich  Audio Interface und Co, zum PC leisten möchte und ein Fabel für einen PC hat, der sollte diesen Weg auch gehen, denn das ist seine Welt. Es kann unter Umständen, je nachdem, welche Komponenten man kauft, etwas teurer werden, als vorhin genannt. Und da rede ich nicht von einem 2 Kanal Audio Interface, sondern von den großen Geräten, die auch so viele Kanäle auf einmal zur Verfügung stellen, wie die Studiomaschinen.

Ein entscheidender Vorteil  einer  PC gestützten Anlage, DAW,  ist auf jeden Fall die Möglichkeit, u.a. mehrere große Bildschirme betreiben zu können. Es ist schon eindrucksvoll und übersichtlich, die Musikdaten auf zwei großen 32 Zoll Monitoren betrachten zu können.

An dieser Stelle darf auch mal erwähnt werden, dass die Variante Presonus III mit seiner Hardware- und Softwarelösung ein großes Rundum Sorglos Paket darstellt. Das soll keine Werbung für dieses Paket und schlecht machen anderer Lösungen sein, aber wir haben und kennen auch diese Lösung und können sie damit auch erwähnen und bewerten.

Ebenfalls sei an dieser Stelle  ausdrücklich jetzt erwähnt, dass wir mit keinen der genannten Namen, bzw. den vertreibenden oder herstellenden Firmen irgendeine Verbindung haben. Wir haben nichts davon.  Wir machen auch niemanden schlecht oder andere besonders gut.

Die Erfahrungsecke soll einfach nur UNSERE Meinung aufgrund UNSERER  Erfahrungen ein Bild oder eine klare Positionierung darstellen. Vielleicht kann sie ja mal dem einen oder anderen hilfreich sein. Mehr nicht.

Damit können wir auch sagen, obwohl der aufmerksame Betrachter unserer Seite bereits gesehen hat, wovon wir die ganze Zeit sprechen. Wir nutzen seit mehreren Jahren ein TASCAM DP32. Auch das ist keine Werbung, sondern nur ein Lebensbericht zum Gerät über einen längeren Zeitraum.

Bei der Software haben WIR uns für „iZotpe“ entschieden. Aber das ist nur eine Meinung, kein Werturteil anderer Produkte. Die kennen wir auch alle nicht und wollen auch niemanden schlecht reden. So einfach ist das.

Und ja, das TASCAM tut seine Dienste immer noch. Wir dürfen das auf unserer Seite ruhig mal nennen, denn das Netz ist ja sowieso voll von Tipps und Erfahrungsvideos zu allen möglichen Geräten und Kombinationen von Hard- und Software.

Wir hoffen, dem einen oder anderen können die hier genannten Darstellungen bzw. Erfahrungen hilfreich sein.

Jetzt ist der kleine Meinungs- und Erfahrungsartikel doch ein wenig länger geworden als geplant. Aber vielleicht ist er ja hilfreich. Und den Kritikern, die mich, den Schreiber dieser Zeilen,  als „PC Muffel“ beschreiben würden, sage ich nur, dass ich seit über 35 Jahren in fünf Hochsprachen Programme entwickle und keineswegs ein PC Muffel bin. Ich denke nur, dass man entscheiden muss, ob man beim Musik machen den Fokus auf „Song schreiben und Instrument spielen“ oder auf die Funktion eines Tontechnikers legen möchte. Aber auch das muss ja jeder für sich entscheiden.

Da wir das o. g. Gerät schon seit Jahren im Einsatz haben, könnten wir auch mal die eine oder andere Frage dazu beantworten, wenn es gewünscht ist.

 

Nach ganz vielen allgemeinen Äußerungen, hier nun ein paar Fakten zu beiden Welten, die wir im Einsatz haben und dadurch auch praxisnah beschreiben können. Dies stellt keinesfalls eine Bewertung dar, da uns das nicht zusteht, sondern hierbei handelt es sich lediglich um unsere Erfahrungswerte. Also bitte nicht missverstehen, wenn ein System an der einen oder andere Stelle besser „wegkommt“.  Hier ist nochmal ganz klar zu sagen, es hängt vom Geldbeutel und Einsatzgebiet ab.

 

Fazit zu den von uns eingesetzten Systemen

Tascam DP32

Saubere Lösung für alle, die von der Technik erwarten, dass sie bequem und ohne viele Vorkenntnisse die Spuraufnahmen, das Mixen einfach unterstützt und bis zur fertig gemasterten CD alles erledigt. Dabei können die wichtigen Funktionen wie „Gerät einer Stereo- oder Mono Spur zuordnen, Equalizer Einstellungen, Spur Kopierfunktionen usw. auf Knopfdruck leicht vorgenommen werden. Das Gerät macht die Bedienung, wenn man auch mal nur alleine spielen und aufnehmen möchte, sehr einfach. Gitarre umgeschnallt, Quelle zugeordnet, Aufnahmeknopf drücken, fertig. Auch im Nachhinein können die Equalizer Einstellungen vorgenommen werden. Das Gerät speichert alle Einstellungen für die/den Song(s) auf dem SD Stick ab. Sehr einfaches und übersichtliches Verwaltungsmenü im Gerätedisplay. Neu, Kopieren, Löschen, unbenutzte Spuren eliminieren usw. sind nur einige sinnvolle Funktionen, die das Gerät zur Verfügung stellt. Aufgrund seiner Größe und seines geringen Gewichtes ist dieses Gerät ebenfalls für den mobilen Einsatz geeignet.  Die Speicherung findet auf der SD Karte im Gerät statt und das Anlegen von Sicherheitskopien der Songs machen wir auf dem PC.

Eigentlich sollte man hier ganz allgemein sagen, so einfach kann einfach wirklich sein.  Eine große Einschränkung gibt es allerdings beim Tascam. Die Anzahl der physischen Eingänge ist auf 8 beschränkt. Wer z.B. alle Toms, Becken usw. seines Schlagzeugs einzeln abnehmen bzw. auf Spuren getrennt haben möchte, ist hier quasi am Ende. Das sehen wir als einziges Manko bei diesem System. Wenn man ein elektronisches Schlagzeug in Einsatz hat, ist das dann halt kein Kriterium mehr.  Schade ist auch, dass für die Gitarre nur ein extra Gitarren Port zu Verfügung steht. Erfahrung hat aber gezeigt, dass die anderen Ports den Klang auch sauber abnehmen. 48V ist für jeden Port zuschaltbar.

Umfangreich und schnell bedienbar ist mein persönliches Fazit, wenn man von der „Portbegrenzung“, so nenne ich das jetzt mal, absieht. Wer damit klar kommt, für den ist diese Variante in Ordnung. (Einzelmusiker, kleine Gruppen, die nur Studioaufnahmen machen möchten)

 

Presonus Studiolive 32 mit Software Studio One

Ebenfalls eine sehr gut konzipierte Komplettlösung, die all die oben genannten Dinge ebenfalls erfüllt, aber noch mehr Möglichkeiten bietet, da wir hier ja über den Einsatz von Hard- und Software reden. Die enorme Bandbreite an Addins stellt so viele Möglichkeiten der Nachbearbeitung bzw. Einstellmöglichkeiten zur Verfügung, dass selbst wir das eine oder andere Mal leicht überfordert sind, was denn nun die beste Wahl für die Spur bzw. für das Instrument ist. Das sind aber wirklich LuxusproblemeJ. Die Verwaltung der Projekte oder Songs können über den PC oder auch im Gerät vorgenommen werden.  Wir haben uns gegen den  Einsatz der SD Karte im Gerät entschieden und speichern alle Quellen und Ergebnisse auf der Festplatte des PCs.  Dazu keinen weiteren Kommentar. Auch das Aufnehmen mit der mitgelieferten Software „Capture“ geht locker von der Hand. Auch hier muss man sagen, so einfach kann einfach sein. Das hat der Ersteller der Software super gelöst. Studio One ist „sehr sehr sehr“ umfangreich und nötigt dem Benutzer einiges an Wissen und Willen ab. Man muss erlernen und verstehen, was wann wo passiert, um es optimal einsetzen zu können. Aber dafür gibt es im Netz mehr als genug Informationen, also kein Problem. Großes Plus zu der umfangreichen Software ist hier die großzügige Anzahl der zur Verfügung stehenden Ports. Davon gibt es reichlich. Ein riesen Pluspunkt für umfangreiche Arrangements. Eine Übernahme der Spuren von anderen Systemen (Wir haben alle Tascam Spuren hierhin überführt) ist gar kein Problem. Da wir bei beiden Systemen immer schon auf „Wave“ gegangen sind, ist eine Übernahme fast ein Kinderspiel.

„Schluss Wörtchen“

Eine klare Entscheidung haben wir erst nach Jahren getroffen, als wir mit dem Tascam an die physischen Grenzen gestoßen sind, deshalb heute der Einsatz von Presonus.  Dafür mit dem mehr an Möglichkeiten, halt auch mehr an Aufwand und das kann nur jeder selbst entscheiden.

Vielleicht können diese Erfahrungen ja dem einen oder anderen helfen.

In diesem Sinne

Gruß von RunningEchoes